Präventiv gegen Wassereinbruch - Vorbeugung ist der beste Auftrieb

13. April 2018

Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Die richtige Pflege und regelmäßige Kontrolle wichtiger Komponenten tragen nicht nur zum Werterhalt eines Motorboots oder Segelschiffs bei, sondern beugen auch größeren Schäden wie Wassereinbruch vor. Hier einige Tipps und Tricks, wie präventiv gegen Schäden und vor allem Wassereinbruch vorgegangen werden kann.

Wasserführende Armaturen

Wasserführende Armaturen wie Schläuche sowie die entsprechenden Schellen und Ventile müssen regelmäßig kontrolliert werden, da hier häufig die Ursache für Wassereinbrüche liegt. Poröse Schläuche sowie korrodierte Schellen sollten ausgewechselt, die Schellenschrauben von Zeit zu Zeit nachgezogen werden. Ausreichend Ersatzmaterial gehört zu jeder guten Ausrüstung.

Nicht zu vergessen: Auch Logge und Echolot sollten immer mal wieder gecheckt und gesäubert werden, denn auch hier kann Wasser ins Schiff eindringen. Wer regelmäßig die Ventile bedient und gelegentlich reinigt, der verhindert, dass sie sich festsetzen und im Notfall schwergängig oder überhaupt nicht zu bedienen sind. Viele Eigner lassen ihre Seewasserventile durchgängig geöffnet, auch wenn sie ihr Boot im Hafen verlassen. Hier ergibt sich ein großes Gefahrenpotenzial. Sehr viele Havarien im Hafen passieren aufgrund offener Seeventile. Ein Schlauch platzt oder eine Schelle bricht, und schon läuft das Schiff langsam, aber sicher voll.

Maschine und Generatoren

Geplatzte Abgasschläuche, gelöste Schellen und durchgerostete Rohre können bei laufender Maschine das Boot voll Wasser pumpen. Vorbeugend hilft die regelmäßige Wartung: Wer über einen Z- oder Saildrive-Antrieb verfügt, der sollte in bestimmten Intervallen die Dichtungsmanschetten auswechseln, da sie teilweise oder komplett unter Wasser liegen und gerade im Salzwasser schnell spröde und brüchig werden. Die Angaben in der Wartungsanleitung der Hersteller zu den Betriebszeiten der Manschetten sollten durchaus ernst genommen werden. Wer unsicher ist, der sollte im Zweifelsfall auf einen zuverlässigen Servicebetrieb zurückgreifen.

Bilge und Lenzbrunnen

Moderne Boote haben in der Regel nur noch eine sehr flache Bilge und kaum einen Lenzbrunnen. Bei Krängung läuft dann das Wasser überall hin – vorzugsweise in die Navi-Ecke zu den elektrischen Bauteilen – nur nicht dahin, wo die Pumpen platziert sind. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Ihre Pumpen mit langen Schläuchen ausgestattet sind, um die Pumpleistung dorthin zu bringen, wo sich das Wasser befindet. Ein Problem, das immer wieder bei Leckagen auftritt, sind Bilgen, die als Stauraum genutzt werden.

So werden beispielsweise gerne Konserven in der Bilge gelagert. Im Wasser lösen sich dann die Etiketten, die wiederum die Bilgepumpe verstopfen. Zudem setzen sich Siebe, die an Pumpen und Pumpschläuchen angebracht sind, häufig mit Haaren und Brotkrumen zu und können so innerhalb kürzester Zeit die Pumpleistung auf null herabsetzen. Eine tägliche Bilgenkontrolle und -reinigung sollten deshalb zur Klar-Schiff-Routine gehören.